Die Linken und Kuba, eine wunderbare Geschichte. Eine heuchlerische und ekelhafte Geschichte.

16. März 2010

Orlando Tamayo Zapata ist tot. Sogar „die taz“ hat darüber geschrieben, auch wenn sie es mit ein paar Tagen Verspätung gemacht hat. Aber immerhin. Die Welt weiß jetzt, obwohl das nicht zum ersten Mal passiert, dass „das Paradies“ Menschen sterben lässt. Menschen, deren Delikt es war, ihre Meinung gesagt zu haben. Da besteht kein Zweifel.

Aber bei den Linken schon. Die sind immer noch da, wo sie vor 50 Jahren waren: bei Stalin! Bei Castro und Honecker! Anders kann man sich nicht erklären, dass ihre Vorzeigeorganisation im Thema Kuba „CubaSí“, am 10.03.2010 eine Erklärung abgibt, die nichts anderes ist, als eine Kopie eines Artikels aus der „Granma“. Vielleicht ist diese Verspätung damit zu erklären, dass sie auf „grünes Licht“ aus Havanna warten mussten.

Tatsache ist, dass auf Kuba Menschen (wie Orlando Tamayo Zapata) im Gefängnis landen, weil sie eine andere Meinung haben als diese Guerilleros, die einst für Gerechtigkeit gekämpft haben. Aber „Die Linke“ und ihre Organisation ignoriert das. Menschenrechte, laut ihr Papier, gelten nicht für Kubaner, die ihre Stimme erhoben haben, deren Gutes Recht ist eine andere Meinung zu haben als die Diktatur es vorgibt. Ein Recht übrigens, das „Die Linke“ und „CubaSí“ hier in Deutschland haben und genießen. Und natürlich wandert sie dafür nicht ins Gefängnis, aber auf Kuba wäre sie längst dort, wo so viele gestorben sind. Eine Meinung, die sogar Fidel Castro unter Batista erlaubt war, aber ich möchte keine Vergleiche ziehen, damit ich nicht als Parasitenart des Imperialismus bezeichnet werde.

Heute ist Guillermo „Coco“ Farinas in meiner Heimatstadt Santa Clara im Krankenhaus, weil er seit 20 Tagen im Hungerstreik ist. Er fordert die Freilassung aller politischen und kranken Gefangenen. Mehr nicht. Das Regime passt auf. Sie möchten keine Toten mehr. Die Henker versuchen, ihn am Leben zu halten. Aber er wird sterben und dann wird wieder die Maschinerie der Lüge und Verleumdung in Gang gesetzt. Die politischen Gefangenen werden weiter dort sein, wo ihr Platz (laut den Linken) ist, im Gefängnis. Die Mutter von Tamayo Zapata wird weiter die Sterbeurkunde ihres Sohnes fordern, die sie bis heute noch nicht hat. Und Kuba wird weiter seine Kinder massakrieren. Die Linken werden es zelebrieren. Es geht nur um ihres imaginäres Paradies.

Ich möchte nur etwas klar stellen: „Die Linke“ und CubaSí lügen! Sie sind heuchlerisch und ihre Haltung zu Kuba ist ekelhaft. Es ekelt mich an. Es sollte jeden anekeln, der ein wenig Würde hätte. Warum distanzieren sie sich nicht davon? Warum erheben sie nicht ihre Stimme gegen Kuba, wie sie es gegen Pinochets Chile getan haben? Warum? Warum?

„Der Kampf Kubas gegen die konterrevolutionären Organisationen ist ein legitimer Kampf für die Menschlichkeit.“, lese ich da. Es ist wirklich ein Zitat aus dieser Erklärung und nicht von Stalin oder Honecker. Aber liebe Linken, dieser Kampf richtet sich nur gegen das wahre Cuba selbst! Gegen euch! Aber eins haben wir gemeinsam. Ich fordert auch: „dass das Recht des kubanischen Volkes und der Völker des Südens auf Selbstbestimmung auf die Schaffung eigener Institutionen und eines politischen und Wirtschaftssystems nach eigenem Ermessen von den USA und der EU anerkannt wird, so wie es in den Menschenrechtsabkommen der Vereinten Nationen festgeschrieben ist.“ Und genau das fordern die Kubaner, die ihr mit falschen Argumenten und mit Lügen diskreditieren. Mehr nicht, liebe Linken. Aber ihr vergesst, dass das Regime genau das seit 50 Jahren verhindert. Oder habt ihr die DDR schon vergessen? Oder denkt ihr, dass ihr immer ein Teil der DDR seid?

Ich erinnere mich an eine Konversation, die ich mit einem Professor hatte. Es ging um einen Film von mir. Er sagte mir, ganz lapidar und explizit: „Du wirst mit diesem Film meinen Traum der Revolution nicht zerstören!“

Das sagt alles. Das werden sie, wen es um Kuba geht, die Linken weiter sagen. Sie haben keine Argumente mehr. Sie leben in diesem Traum von Revolution, Gerechtigkeit, etc. Aber dies ist nur ein Traum. Ein ekelhafter und heuchlerischer. Ein echter und wahrer Alptraum!

Lester Cano Alvarez, März 2010.

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Eine Antwort to “Die Linken und Kuba, eine wunderbare Geschichte. Eine heuchlerische und ekelhafte Geschichte.”

  1. Danke Lester!

    saludos

    Jorge L. García Vázquez

    Activista Pro-Derechos Humanos
    Berlin

    http://www.demokratie-fuer-kuba.blogspot.com/

    http://www.stasi-minint.blogspot.com

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